Was genau steckt eigentlich in einem Kirschkernkissen?

Wenn kleine Kinder – und nicht nur die – Bauchweh haben, dann hilft viel Liebe, viel Zuwendung und ein Kirschkernkissen.
Kirschkerne bzw. selbige schick verpackt in einem Kissen, kriegt man ja mittlerweile in jeder Apotheke oder Drogerie. Aber wussten Sie, dass das wohltuende Kissen streng genommen eigentlich nicht Kirschkerne, sondern Kirschsteine beinhaltet?
Botanisch gesehen ist die Kirsche nämlich eine Steinfrucht. Genau genommen gibt es sogar eine ganze Reihe von Bäumen, die landläufig Kirsche genannt werden, aber botanisch in ganz unterschiedlichen Pflanzenfamilien klassifiziert werden. So gehören die Obstgehölze, deren Früchte eben jene vielfältig nutzbaren Kirschkerne enthalten, zu den Rosengewächsen. Süß- und Sauerkirschen, Spätblühende oder Japanische Traubenkirschen gehören in diese Familie.
Unter den Buchengewächsen findet sich die Feuerlandkirsche, die auch Chilenische Kirsche genannt wird. Und die Vitamin C haltige Acerolakirsche gehört zur Familie der Malpighiengewächse.
Von der Blüte bis zum Kern ist es ein langer und eigentlich ganz schön komplizierter Weg. Die Kirsche blüht sehr früh und wenn es noch sehr kalt ist, kann es passieren, dass sie nicht ausreichend bestäubt wird. Die Honigbiene ist nämlich der wichtigste Helfer, wenn es um die Befruchtung geht. Ist es draußen kälter als 12°C fliegt sie nicht und die Kirschen versprühen ihren weißen und flüchtigen Charme ganz umsonst.
Wenn der Gärtner bei der Auswahl der Kirschsorten nicht gut aufgepasst hat, kann es ebenfalls passieren, dass er im Spätsommer keine Früchte vor frechen Staren zu verteidigen hat.
Die meisten Kirschsorten sind selbst-unfruchtbar. Es können also noch so viele Bienen fliegen: zwischen den Blüten ein und derselben Sorte findet keine Befruchtung statt. Also muss man – um genügend Kirschkerne für ein Kissen im eigenen Garten „produzieren“ zu können, mindestens zwei Sorten anpflanzen und auch darauf achten, dass beide nicht aus der gleichen Intersterilitätsgruppe kommen. Dann klappt es nämlich auch mit dem Bestäuben.